30. Sept. 1911 Monmouth, Warren County, Illinois
Opfer:
William Dawson (57), seine Frau Charity (52) und ihre Tochter Georgia (13)
Die Tat wurde sehr schnell entdeckt, da William Dawson der Messner der presbyterianischen Kirche war, und als er am Sonntag den 01.10.1911 nicht auftauchte, um die Kirche aufzuschließen, gingen Mitglieder der Gemeinde nachforschen, und fanden die drei Dawsons mit eingeschlagenen Köpfen im Bett.
William Dawson war ein ehemaliger Pferdedieb, der einige Zeit im Gefängnis verbracht hatte, sich aber inzwischen gebessert hatte und der vertrauenswürdige Hüter der First United Presbyterian Church war.
Motiv:
- . Das Motiv kann kein Raub gewesen sein, da Dawson ein armer Mann war und 40 Dollar in seiner Kleidung unberührt blieben.
- Es wurde festgestellt, dass Raub kein Motiv war, da Bargeld und Schmuck in der Nähe der Leichen gefunden wurden.
- Vor einigen Jahren saß Dawson wegen Pferdediebstahls im Gefängnis von Joliet. Er soll seinen Partner verpetzt" haben und erhielt eine kurze Haftstrafe. Der andere Mann erhielt eine längere Strafe und wurde vor etwa einem Jahr entlassen, seitdem hat man nichts mehr von ihm gehört. (Der Mann hieß Stoelwegen und hatte ein Alibi) )
- Ein Landarbeiter, früher in der Nähe beschäftigt, wurde zwei Jahre zuvor wegen Diebstahls inhaftiert, aufgrund der Aussage der ermordeten Tochter Georgia.
Tatwaffe:
In der Scheune hinter dem Haus wurde eine Axt gefunden, die aber als Waffe ausgeschlossen wurde, da sie Hühnerfedern aufwies. Als zwei Wochen später ein Hühnerdrahtzaun aus dem Hinterhof entfernt wurde, entdeckte man ein 18-Zoll-Stück Gasrohr mit Blut und Haaren darauf. Außerdem wurde eine Taschenlampe gefunden, die in einem eventuellen Prozess eine Rolle spielen sollte.
Ein wichtiges Beweisstück war die Taschenlampe, die gefunden wurde
und die Aufschrift "Lovey" trug, zusammen mit " Colorado Springs, Sept. 4, '11"
Tatort:
- Der Vater und die Mutter wurden offensichtlich zuerst getötet und das kleine Mädchen danach, da der Körper der letzteren unten in der Mitte des Bettes gefunden wurde, als ob sie geweckt und verängstigt worden war, sich ins Bett gekauert und das Laken über ihren Kopf gezogen hatte, wobei die Decke in ihr Gesicht geschlagen worden war. Nach der Ermordung der Mutter und des Vaters faltete der Mörder die Hände seiner Opfer sorgfältig über deren Körper und zog ihnen dann die Bettdecke über das Gesicht. Die Wände und alles im Zimmer der Mutter und des Vaters waren mit Blut bespritzt, obwohl es keine Anzeichen für einen Kampf gab.
- In einem Bett liegend fand man Dawson und seine Frau und in einem Nebenzimmer Georgia erschlagen. Es gab keine Anzeichen eines Kampfes, und man nimmt an, dass der Mörder jeden mit einem einzigen Schlag getötet hat.
Die Polizei nahm an, dass der Mord das Ergebnis eines mehr als zwanzig Jahre währenden Grolls ist. Dawsons Leben war seinerzeit bedroht, als seine Aussage einen Gefährten für zwanzig Jahre ins Zuchthaus geschickt haben soll. Nach der Verhandlung sagte der Verurteilte, er würde Dawson holen, wenn seine Haftzeit abgelaufen sei. Die Polizei sagt, dass die Strafe dieses Mannes vor weniger als einem Jahr abgelaufen ist, und obwohl er nie in dieser Ortschaft gesehen wurde, sind diejenigen, die mit dem Fall vertraut sind, geneigt, nachzuforschen. Die Polizei hat um Unterlagen von den Gefängnisbeamten in Joliet gebeten. Die Spur konnte später ausgeschlossen werden.
Soweit es möglich war, konnte man ermitteln, daß die Familie keine (weiteren) Feinde hatte, sie waren mit all ihren Bekannten in gutem Einvernehmen, und es kann kein Motiv für den Mord erdacht werden, und es wurde dann vermutet, dass die Tat das Werk einer wahnsinnigen Person war und dass die Familie Dawson nur zufällig das Pech hatte, Opfer der Mordlust des Unholds zu werden. Neben der Getöteten gibt es noch zwei weitere junge Mädchen in der Familie, die wahrscheinlich auch getötet worden wären, wenn sie nicht zufällig in jener Nacht außer Haus gewesen wären. Die eine war bei einer Schwester auf dem Land und die andere ging zu einer Freundin, um dort die Nacht zu verbringen. Letztere war Mitglied des Chors der Kirche, in der ihr Vater Küster war. Sie ging vom Haus ihrer Freundin zur Kirche und sang dort im Chor, als die Leichen ihrer Eltern und ihrer jüngeren Schwester gefunden wurden.
Um 1915 beschloss der Monmouth-Anwalt (und spätere Bürgermeister von Monmouth) John H. Hanley, den Fall privat zu untersuchen, mit der Unterstützung der anderen Monmouth-Anwälte E.P. Field und W.F. Graham. Laut einer Geschichte im Monmouth Atlas hatte John Knight - der damals eine 20-jährige Haftstrafe wegen Einbruchs in Joliet verbüßte - wiederholt an seine Frau geschrieben, um seine Entlassung aus dem Gefängnis zu erwirken, und damit gedroht, dass er aus Rache etwas über den Dawson-Mord erzählen würde, wenn keine erfolgreicheren Bemühungen unternommen würden. In der Zwischenzeit wurde ein anderer Schwarzer namens Loving Mitchell, der mit Knight im M. & St. L. Ringlokschuppen in Monmouth gearbeitet hatte, in den Mord verwickelt. Ein wichtiges Beweisstück war die Taschenlampe, die auf dem Dawson-Hof gefunden wurde und die Aufschrift "Lovey" trug, zusammen mit "Colo. Springs, Sept. 4, '11" trug - auch der Ort eines Axtmordes ein paar Wochen zuvor. Mitchell wurde als hünenhafter Mann mit gebeugten Schultern beschrieben.
Die Untersuchung von dreißig Axtmorden, die seit 1911 in fünf Staaten begangen wurden, wurde heute hier wieder aufgenommen, nachdem Loving Mitchell, ein Schwarzer, gestern Abend verhaftet wurde. Der Haftbefehl, aufgrund dessen Mitchell verhaftet wurde, beschuldigt ihn des Mordes an William E. Dawson, seiner Frau und seiner Tochter, die am 30. September 1911 in ihrem Haus in Monmouth, Illinois, ermordet wurden. Seit dieser Zeit wurden Gemeinden in Missouri, Illinois, Iowa, Colorado und Kansas durch ähnliche Verbrechen terrorisiert. In jedem Fall tötete der Mörder eine ganze Familie im Schlaf durch einen Axthieb. In dem Haus in Monmouth, in dem die Familie Dawson wohnte, fand die Polizei eine elektrische Taschenlampe, auf der "Colorado Springs" und "Lovey" eingeritzt waren. Mitchells Verhaftung folgte auf eine mehr als drei Jahre dauernde Suche. Er war in der Nähe von Monmouth beschäftigt gewesen, verschwand aber nach den Morden. Der Gefangene wurde heute Abend von Polizeichef Morrison nach Monmouth gebracht, der sagte: "Dawson, seine Frau und seine Tochter wurden von drei Schwarzen, zwei Männern und einer Frau, ermordet. Das Motiv war Rache für die Aufmerksamkeiten (Behandlung?), die die Schwarzen glaubten, die Dawson ihren Verwandten erwiesen hatte. Die Schwarze werde ich bald verhaften. Der andere Mann ist jetzt im Gefängnis von Joliet, Illinois. Justizvollzugsanstalt."
Mitchell wurde von der Polizei in St. Louis verhaftet, aber auch Knights Frau, Anna Marie - angeklagt als Mittäterin mit Knight bei dem Mord. Später von einem Reporter des Daily Atlas interviewt, beschrieb Anna Marie Knight ihren Leidensweg. Sie war sehr krank gewesen und wurde aus dem Bett geholt, dann nach Peoria zur Vernehmung gefahren, kaum in der Lage, sich aufzusetzen, weil sie fröstelte und schwach war. In den nächsten 11 Tagen wurde sie wiederholt von Mitgefangenen verhört und verspottet, aber sie beteuerte ihre Unschuld und sagte, sie habe keine Angst, sich der Grand Jury zu stellen. Sie behauptete, dass sie in der Nacht des Mordes bis 9 Uhr in einem Gottesdienst gewesen sei und erst am nächsten Morgen davon erfahren habe.
Anna Marie Knight beteuerte ihre Unschuld, dennoch berichteten die Zeitungen weithin, dass Mrs. Knight gestanden hatte, im Hof gewesen zu sein, als ihr Mann und Mitchell die Dawsons ermordeten. Es wurde berichtet, dass sie dem Polizeichef von Monmouth, Webb Morrison, erzählte, dass das Trio roten Pfeffer über ihren Weg gestreut hatte, als sie vom Tatort flohen, um Bluthunde auf die falsche Fährte zu locken.
Mangels Beweise wurde Mitchell 1915 entlassen und ging zurück nach St. Louis. Im September 1917 wurde Mitchell erneut in St. Louis verhaftet und wegen des Dawson-Mordes angeklagt. John Knight sollte in Monmouth Mitchell vor der Grand Jury belasten.
Fast ein Jahr lang wurde Mitchell im Gefängnis von Warren County festgehalten, während Zeugen gesucht wurden, die gegen ihn aussagen sollten. Er wurde im Januar zusammen mit Knight und einem anderen Schwarzen namens Tom Lewis angeklagt - alle wegen Mordes. Der Fall ging Anfang Februar vor Gericht und Lewis wurde wegen unzureichender Beweise freigelassen, aber die Zeugenaussagen gegen Mitchell und vor allem Knight waren belastend. Knight wurde für schuldig befunden und zu 19 Jahren Haft im Staatsgefängnis verurteilt. Mitchells Fall wurde bis September fortgesetzt, aber er wurde freigelassen, als der Staatsanwalt nicht in der Lage war, die notwendigen Zeugen zu sichern.
Knight wurde für schuldig befunden und zu 19 Jahren Haft im Staatsgefängnis verurteilt. Knight wurde schließlich aus dem Gefängnis entlassen - vielleicht aus gesundheitlichen Gründen. Er hatte ein schweres Lungenleiden und Asthma entwickelt und kam im Oktober 1931 in das Warren County Home. Er starb am 21. März 1932, kurz vor seinem 50. Geburtstag. Anna Marie Knight lebte bis 1962.
Zeitzeugen, Prozessbeobachter und Berichterstatter hielten Knight für unschuldig. Für viele ist der Mord trotz Verurteilung bis heute ungeklärt.
Ähnlichkeiten zu den anderen Taten:
- Die Leichen wurden im Schlaf überrascht bzw. in den Betten getötet.
- Die Leichen waren bedeckt
- Die Waffe wurde am Tatort gefunden
- Raub als Motiv für das Verbrechen wurde ausgeschlossen
Ein Bild des Hauses, aufgenommen nachdem der Mord bekannt wurde.
Bildquelle: find a grave
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