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17.09.1911 Colorado Springs, El Paso County, Colorado

In einer einzigen Nacht im September 1911 wurden sechs Menschen in zwei benachbarten Häusern in Colorado Springs regelrecht abgeschlachtet, der Täter wurde nie gefasst, es gab keinen wirklichen Verdächtigen!

 

Die Opfer waren zwei Familien, die in unmittelbarer Nachbarschaft wohnten

 

Die Familie Wayne: bestehend aus Vater Francis Henry (24), Mutter Blanche Vera (23) und dem Töchterchen Lula May (2 ½).  Die Waynes wohnten in 743 Harrison Place,Colorado Springs. Der ehemalige Fotograf Henry Wayne litt an Tuberkulose und zog mit seiner Familie nach Colorado Springs, CO, um im Modern Woodmen Sanatorium "geheilt" zu werden. Wenige Wochen nach ihrer Ankunft wurden Henry und seine Familie im Schlaf von einem unbekannten Axtmörder ermordet.

 

 

Wenige Schritte entfernt an der Ecke zur West Dale Street befand sich das Haus der Familie Burnham. (321 West Dale St.).

 

 

Die Familie Burnham bestand aus Vater Arthur J. Burnham, der in der Tatnacht nicht zu Hause war, Mutter May Alice (25) und den Kindern Nellie Emma (6) und John J. (*1909).

Arthur J. Burnham, der an einer schweren Tuberkulose erkrankt war, kam um 1895 von Michigan nach Colorado Springs, da er von den "heilenden"  Eigenschaften der Luft und der Sonne von Colorado Springs gehört hatte. Sein Gesundheitszustand verbesserte sich nach seiner Ankunft und er lernte Alice May Hill kennen, die er 1904 heiratete. Als das Sanatorium 1909 eröffnet wurde, wurde Burnham ein Bewohner und bekam den Job eines "Arbeiters". Er bekam einen Tag pro Woche frei, und dieser Tag war der Donnerstag. Er fuhr mit dem Auto vom Sanatorium zu seinem kleinen Häuschen und verbrachte den Tag und den Abend mit seiner Familie. Um 1911 hatte sich Burnhams Tuberkulose wieder verschlechtert und er hatte Mühe, das Gelände des Sanatoriums ohne Hilfe zu Fuß zu verlassen.

 

Das Verbrechen, das in der Nacht zum Sonntag, den 17.09. begangen wurde, wurde am 20.09.1911 gegen 14.00 Uhr entdeckt. Mrs. Nettie Ruth, eine Schwester von Mrs. Burnham, und Miss Anna Merritt, die Freundin von Mrs Burnham, waren die ersten, die die Leichen im Haus der Burnhams fanden. (Die beiden Schwestern Nettie Ruth und May Alice Burnham verbrachten den Sonntagabend zusammen und hatten sich für den Mittwochnachmittag erneut verabredet)

 

Ein Geruch von verwesendem Fleisch empfing sie, als sie die Hintertür von Burnhams Haus mit einem Schlüssel öffneten, der im Haus von Miss Merritt, einen halben Block entfernt, geholt worden war. Auf einem Tisch in dem kleinen hinteren Raum, der gleichzeitig als Küche, Esszimmer und Schlafzimmer diente, lagen die Reste des Abendessens vom Sonntag, "genauso", erklärte Mrs. Ruth gestern Abend, "wie damals, als ich das Haus meiner Schwester am Sonntagabend um viertel nach neun verließ."

 

Das Bett im hinteren Zimmer schien unbenutzt. Die Frauen stießen die Tür zum vorderen Schlafzimmer auf, halb in der Erwartung, Anzeichen einer Tragödie zu sehen, aber kaum ahnend, welch schockierender Anblick sich ihnen bot.  Drüben auf dem Bett schien ein Haufen Bettzeug zu liegen, aber Mrs. Ruth erklärte, dass sie die toten Gestalten darauf nicht sofort gesehen hatte. Sie sah zuerst ---- die großen Blutflecken an der Wand und dann den Körper ihrer kleinen Nichte, der mit zerschmettertem Schädel auf der Bettkante lag.

 

    Die Frauen schauten nicht weiter, beide rannten schreiend aus dem Haus. Zwei Männer, die an dem Haus vorbeikamen, gingen hinein, während die Frauen warteten. - Einen Augenblick später stürmten sie hinaus und die Geschichte des Dreifachmordes verbreitete sich wie ein Lauffeuer.

 

 

  Der Gerichtsmediziner, die Polizei und das Büro des Sheriffs wurden telefonisch benachrichtigt und die Beamten eilten zum Tatort - mit Autos. Fast unmittelbar nach der Ankunft des Gerichtsmediziners Jackson am Tatort bemerkten die Nachbarn, dass seit letztem Sonntag niemand mehr die Waynes- gesehen hatte, deren Haus lag nur wenige Schritte von der Hintertür der Burnhams entfernt.

 

Die Ermittler verschafften sich gewaltsam Zutritt zu dem Haus, nachdem niemand öffnete, und fanden Wayne, seine Frau und sein Baby tot in einem (dem gleichen) Bett liegend. Ihre Schädel waren, wie im Haus nebenan, mit einem schweren Instrument eingeschlagen worden.

 

 

Motiv:

Raub konnte ausgeschlossen werden, denn im Haus der Burnhams lag eine goldene Uhr auf einer Kommode. Mrs. Wayne trug ihren Schmuck (alte Armketten), und in beiden Häusern war nichts durchwühlt oder durchsucht worden.

 

 

Tatwaffe:

Eine blutverschmierte Axt wurde an Waynes Hintertür gefunden. Sie war von Mrs. J.R. Evans, einer Nachbarin, vor ein paar Tagen von Wayne geliehen worden, um Holz zu hacken.

 

 

Tatort:

  •     In einer Wohngegend

 

  •     Die Türen beider Häuser waren mit Schlüsseln verschlossen, was darauf hindeutet, dass der Mörder, aus noch nicht geklärten Gründen, jeweils durch ein Fenster ausgestiegen ist. Die Behörden sind zu dem Schluss gekommen, dass in Waynes Haus die Hintertür mit einem Skelettschlüssel aus verdrehtem Draht geöffnet wurde. Dieser lag nahe an der Türschwelle. Ein Teil der Fliegengittertür, der groß genug war, um dem Mörder zu erlauben, hindurchzugreifen und den Haken anzuheben, mit dem sie befestigt war, war weggeschnitten worden. Der Mörder verließ das Haus, so wird vermutet, durch ein Fenster.

 

  •         Bei Burnham erfolgte der Einstieg durch ein Fenster an der Ostseite des Hauses. Ein Tintenfass, das auf der Fensterbank stand, war umgekippt, etwas davon verschüttete sich auf den Boden, und man hatte versucht, es wegzuwischen.
  •     die Jalousien an den Fenstern der Häuser waren zugezogen
  •     Der Mörder versuchte mglw. das Burnham-Haus in Brand zu setzen. Beamte fanden einen Teil einer Sonntagszeitung, zerknüllt und teilweise verbrannt, in der Nähe eines Fenstervorhangs in Burnhams Haus liegen. Die Unterseite des Vorhangs war verkohlt, und die Theorie ist, dass der Mörder, nachdem er das Leben seines letzten Opfers ausgelöscht hatte, versuchte, das Haus anzuzünden.

 

Verdächtige:

Arthur Burnham, sozusagen der einzig Überlebende dieser Tragödie war, wurde zum Haupttatverdächtigten, konnte aber ausgeschlossen werden. Er hatte ein Alibi von seinem Chef, sowie von mind. 1 Kollegen, auch der Nachtwächter bestätigte das er das Gelände des Sanatoriums nicht verlassen hatte. Des Weiteren hätte es sein Gesundheitszustand nicht erlaubt, weder das Sanatorium ohne Hilfe (Kutsche, Auto) zu verlassen, noch die Tat auszuführen

 

 

Tatwaffe:

Eine blutverschmierte Axt wurde an Waynes Hintertür gefunden. Sie war von Mrs. J.R. Evans, einer Nachbarin, vor ein paar Tagen von Wayne geliehen worden, um Holz zu hacken.

 

 

 

Ähnlichkeiten zu den anderen Taten:

 

  • Die Leichen wurden im Schlaf überrascht bzw. in den Betten getötet.
  • Die Leichen waren bedeckt
  • Die Waffe wurde am Tatort gefunden
  • Die Tatwaffe stammte aus der Umgebung des Tatortes
  • Raub als Motiv für das Verbrechen wurde ausgeschlossen
  • Die Fenster waren verdeckt (durch Jalousien)
  • Der Täter wusch im Burnham Haus seine Hände in einer Metallschüssel

 

 

 

 

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